Simson GP 2017 1. Lauf Görlitzring

Allgemein Rennergebnisse 2017Veröffentlicht am 23. April 2017

Back to the roots

Dieses Jahr gibt es die Rennberichte aus einer anderen Perspektive: Nach 2 Jahren Pause werde ich in der Simson GP wieder starten. Sehr gelegen kam da die neue Stock85-Klasse, die vom Regelwerk her am „simsonstigen“ ist und 2017 erstmalig in der GP angewendet wird.

Kurz und knapp lässt sich die Stock85 folgendermaßen zusammenfassen: Eine Simson mit halbwegs originaler Silhouette, maximal 88 ccm und AOA2-Auspuff. Klingt langweilig? Definitiv nicht! Die ersten Trainingseinheiten haben richtig Laune gemacht, und schnell haben wir Fahrer aus unsere Klasse gemerkt, dass wir halbwegs gleich unterwegs sind.

Der größte Gegner am Renntag war das Wetter. Hell, dunkel, Regen, trocken,kalt, Sonne, Wind, Schnee und Hagel. Und das aller 10 bis 15 Minuten im Wechsel. Ein April-Wetter nach korrekter DIN-Norm!

Hoffentlich bekomme ich alle Namen korrekt zugeordnet, nach 2 Jahren Pause sind viele neue Gesichter in der GP und ich konnte mir nicht alle merken.

Das erste Tuning50-Rennen verlief im Trockenen, danach kam unsere Stock85-Klasse. Wir hatten auch Glück: Kein Regen (vorerst). Gestartet wurde zusammen mit der O50, was mir etwas zum Verhängnis werden sollte. Vor mir 4 O50 Fahrer, neben mir Volker Clasen, hinter Volker Patrick Mix. Nach dem Start blieben die 4 O50-Fahrer vor mir, aber hinter mir drängelte schon Patrick. Schnell merkte ich, dass Patrick nicht vorbei kann. Er war zwar etwas zügiger in den Kurven, da er so viel mehr Routine hatte bedingt durch meine lange Auszeit. Dennoch kam er nicht vorbei.

Bis zur letzten Runde. Von hinten näherte sich das Spitzen-Duo der O50 und die blaue Flagge wurde Patrick und mir gezeigt. Ich mache Platz, das Duo fährt vorbei und dann auch Patrick. So sind die blauen Flaggen nicht gedacht, es wurde aber auch nicht von der Rennleitung geahndet.

Ich hoffe für die nächsten Rennen da einfach auf mehr sportliche Fairness 😉

Damit war Platz eins dahin und ich fuhr knapp dahinter als Zweiter über die Linie. Spaß gemacht hat es trotzdem und spannende Zweikämpfe sind in der Stock85 definitiv drin. Jedenfalls im Trockenen.

Patrick ist an diesem Tag übrigens Triathlon gefahren: Tuning50, Stock85 und Tuning85. Er hat sogar mit seinem Tuning50-Moped die schnellste Qualifying-Zeit in der T85 gefahren und ein T85-Rennen gewonnen. Respekt!

Im ersten Open85-Rennen hat „erwartungsgemäß“ Luca Göttlicher gewonnen. Schon im Training war abzusehen, dass das passieren würde. Luca war mit seiner Bestzeit aber „nur“ ca. 3/10 Sekunden schneller als die nachfolgende Truppe Patrick Klemm, Michael Deisinger und Christian Landrock, die sehr dicht beieinander im Qualifying fuhren. Es hätte also auch anders laufen können. Am spannendsten waren dann durchweg der Zweikampf zwischen Sebastian Lenk und Marcus Rädel, die das ganze Rennen dicht an dicht fuhren. Am Ende konnte sich Sebastian durchsetzen.

Und nun kam endlich der Regen. Da es nur tropische 2°C warm war, waren sogar kleine Flocken sichtbar. Den Zweiten Lauf der T50 und das erste Regenrennen hat der aus dem GP-Ruhestand reaktivierte Jan Schäffer souverän gewonnen, nachdem er es im ersten Lauf eher ruhig anging.

In unserem zweiten Stock85-Lauf regnete es zwar nicht mehr, aber die Strecke war nass. Da Patrick schon im Tuning50-Rennen im Regen fuhr und allgemein viel mehr Übung hatte, entschied ich schon vor dem Rennen, Patrick einfach vorbeizulassen. Mir wurde gesagt, Volker habe auch das nötige Feingefühl für Regen, also nahm ich mir Platz zwei vor.

Das Rennen ging los, wieder vier Open50-Fahrer vor uns. Noch bevor ich mich nach Patrick umschauen konnte, war er auch schon an mir vorbei und kurz danach an Robert Peschel. Vor mir also nun Robert Peschel (O50), hinter mir Volker Clasen (ST85). Das sollte einige Runden so weiter gehen, bis „Rolling-Robert“ leider stürzte und ich direkt dahinter ganz schön manövrieren und bremsen musste. Volker nutzte die Chance und zog an mir vorbei. Ich konnte etwas schneller in die Kurven bremsen, auf der Geraden hatte Volker aber etwas mehr Bums und fuhr mir wieder etwas davon.

Gefühlte 3 Runden später konnte ich dennoch vorbeifahren.

Jetzt hieß es sitzen bleiben, die Strecke war immerhin nass. Natürlich blieb ich nicht sitzen. Kurz nach Start-Ziel stürzte ich. Zwar hatte ich schon etwas Vorsprung auf Volker, der aber nicht reichte und Volker fuhr vorbei. Patrick war mittlerweile uneinholbar davon gefahren.

Schnell merkte ich, dass ich wieder auf Volker aufschließen kann und ich mich die restlichen Runden eventuell vorbeifahren kann, dafür musste ich jedoch an der Grenze fahren.

Da ich nix zu verlieren hatte, tat ich das auch. Und es kam, wie es kommen musste: Ich stürzte erneut, und zwar an der gleichen Stelle in der letzten Runde. Gratulation an Patrick für die Regenkür und an Volker, der das mit dem Sitzen-Bleiben im Regen anscheinend besser beherrscht als ich.

Am Ende waren Volker und ich punktgleich, da Volker jedoch im zweiten Rennen besser abschnitt ging an mich nur der dritte Platz. Auf der einen Seite habe ich mir den Wiedereinsteig in die GP besser erhofft. Auf der anderen Seite ist natürlich viel Potential vorhanden und im Trockenen läuft es einfach besser.

Im zweiten Tuning85-Rennen gab es wieder Regen. Und diesmal dominierte Patrick Mix mit seinem T50-Moped! Auf Platz drei fuhr Carsten Zocher mit: einem T50-Moped. Da scheint immer mehr Mode zu werden.

Aufgrund eines Hagelschauers wurde das Rennen vorzeitig von der Rennleitung beendet.

Das letzte Rennen des Tages war der zweite O85-Lauf. Und auch hier sollte bei Nässe alles anders laufen. Schnell führte Christian Landrock, der aber schon nach einer Runde stürzte und Michael Deisinger übernahm die Führung. Luca Göttlicher positionierte sich nun auf Rang drei. Jedoch zog irgendwann Sebastian Lenk an Luca vorbei und konnte sich Platz drei ergattern.

Wir sehen uns zum nächsten Lauf am 20.05.2017 auf dem Erzgebirgsring Lichtenberg.
Adios

Lukas

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